BVDM lehnt geplante Steuerstrafe für Motorräder ab
Der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) lehnt die von der Bundesregierung vorgesehenen neuen Kraftfahrzeugsteuersätze für Motorräder ab. Die Umsetzung ab dem Jahr 2002 mit einer mehr als Verdreifachung des Steuersatzes bedeute eine Bestrafung der rund 3 Millionen Besitzer von motorisierten Zweirädern, die die erst seit dem Sommer 1999 geltenden Abgasnormen nicht erfüllen.

„Bei den Pkw hätte sich keine Bundesregierung gewagt fast alle Autofahrer mit einer Verdreifachung des Steuersatzes in einer Frist von weniger als einem Jahr gegen sich aufzubringen. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen und von mehr als 90 Prozent der Motorradfahrer ein Sonderopfer verlangt, dem sie wegen der kurzen Übergangsfristen überhaupt nicht entgehen können“ bekräftigt BVDM-Vorsitzender Harald Hormel die Ablehnung der Steuerpläne durch seinen Verband.

Grundsätzlich ist die Interessenvertretung der Motorradfahrer mit einer Aufteilung der Steuersätze nach dem Schadstoffausstoß der Motorräder einverstanden. In der jetzt vorgesehenen gesonderten Steuerklasse für sogenannte EURO I-Fahrzeuge sieht der BVDM seine seit vier Jahren erhobenen Forderungen – die jedoch bisher vom Umweltministerium und insbesondere vom Umweltbundesbundesamt abgelehnt wurden - bestätigt.

„Wenn diese EURO I-Norm schon frühzeitig für eine Nachrüstung und steuerliche Besserstellung anerkannt worden wäre, hätte Motorradfahrer schon lange etwas zu vertretbaren Kosten für die Umwelt leisten können. Die Industrie wäre zudem in der Lage gewesen die technischen Voraussetzungen für Nachrüstungen der oftmals nur in kleinen Stückzahlen auf dem Markt befindlichen Motorräder zu schaffen und zu akzeptablen Preisen den Kunden anzubieten“

bedauert der BVDM-Vorsitzende die seit 1985 andauernde Untätigkeit der politischen Entscheidungsträger bei der Einführung des schadstoffarmen Motorrads.

Innerhalb der jetzt vorgesehenen wenigen Monate bis zum Inkrafttreten neuer Steuersätze schon im Jahr 2002 sei für die meisten Motorräder noch nicht einmal ein Angebot zur Nachrüstung zu erwarten. Schließlich müsste für jeden Motorradtyp, von denen viele nur in Stückzahlen unter 1000 auf dem Markt seien, eine separate Prüfung und Zulassung der Abgasreduzierung durch TÜV/DEKRA erfolgen. Dies sei gerade von den im weltweiten Vergleich kleineren europäischen Herstellern nicht zu leisten.

Der BVDM befürchtet, dass deshalb die meisten Motorradfahrer trotz guten Willens zur Nachrüstung den höchsten Steuersatz zahlen müssen. Deshalb fordert der Bundesverband der Motorradfahrer eine Übergangsfrist von mindestens zwei Jahren nach vom Erlass der Grenzwerte bis zur Einführung neuer Steuersätze.

 

Quelle: BVDM-Pressemeldung