Motorradversicherung - Tarife im Umbruch

Jetzt trifft es auch Motorradfahrer: Neue Regionalklassen und unterschiedliche Rabattsysteme machen die Suche nach der günstigsten Police immer schwieriger. Dazu kommt: Die Preisunterschiede sind gewaltig. Wer nicht aufpasst, zahlt weit mehr als das Doppelte. FINANZtest hat die aktuellen Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkasko-Tarife für Motorräder verglichen.

     

WGV oft am günstigsten

Die meisten Motorradfahrer sind bei den WGV Versicherungen richtig. Der Direktversicherer WGV Schwäbische Allgemeine hat für jedes Motorrad ein günstiges Haftpflicht-Angebot. Teurer wirds dort allerdings für Biker, die mehr als 6.000 Kilometer im Jahr unter die Räder nehmen. Die Beiträge sind nach Kilometerklassen gestaffelt. Auch bei Teil- und Vollkasko ist die WGV meist günstig. Bei Hochleistungsmaschinen mit mehr als 72 Kilowatt Motorleistung allerdings machen A & O (Teilkasko) und Arag (Vollkasko) das Rennen.

Ende der Übersichtlichkeit

Lange Jahre gabs bei Motorradversicherungen nur fünf Klassen. Nach drei unfallfreien Jahren war die günstigste Beitragsstufe erreicht. Der vorsichtige Motorradfahrer zahlte von da an stets 45 Prozent des vollen Haftpflicht-Beitrags. Bereits jetzt räumen viele Gesellschaften langjährig unfallfreien Fahrern Extra-Rabatte ein. So verlangt die Adler nach acht unfallfreien Jahren nur noch 25 Prozent der vollen Haftpflicht-Prämie. Diese allerdings fällt bei der Adler für fast alle Leistungsklassen ziemlich happig aus.

Alternativen im Einzelfall

Wegen der Unterschiede im Rabattsystem kann es sich vor allem für Fahrer mit besonders hohem oder besonders niedrigem Beitragssatz lohnen, verschiedene individuelle Angebote einzuholen. Für sie muss die Gesellschaft mit dem günstigsten 100-Prozent-Beitrag nicht die beste Wahl sein. Wenn eine andere Gesellschaft sie in eine Schadensfreiheitsklasse mit geringerem Beitragssatz einstuft, zahlen sie unter Umständen weniger.

Auch Wohnort wird wichtig

Auch die in der Autoversicherung seit langem üblichen Regionalklassen kommen für Motorräder. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft hat die Postleitzahlbezirke in Deutschland anhand der Unfallstatistik in fünf verschiedene Risikobereiche eingeteilt. Bislang machen von den bundesweit tätigen Anbietern nur Adler, DA Direkt, Nova und Signal je nach Wohnort des Versicherten einen Unterschied. Zahlreiche Gesellschaften haben aber bereits angekündigt, dass sie nachziehen werden.  Teil 2

Quelle: Stiftung Warentest