Verbesserter Rückenschutz
Die 19 Mitgliedsstaaten des europäischen Komitees für Normung CEN haben die Revision der Norm zum Rückenprotektor für Motorradfahrer fertig gestellt. Die Phase der inhaltlichen Gestaltung ist beendet, die abschließende formelle Zustimmung wurde eingeleitet. Der IVM rechnet mit der endgültigen juristischen Annahme zum Anfang des nächsten Jahres. Allerdings ist eine Zertifizierung und ein Verkauf von neuen Rückenprotektoren auch heute schon möglich, da sich an den Anforderungen der Norm nun nichts mehr ändern wird.

Ziel der Überarbeitung des bewährten EU-Standards EN 1621-2 zur Motorradfahrer-Schutzkleidung gegen mechanische Belastungen war es, die Dämpfungseigenschaften dieser Schutzausrüstung zu verbessern.

Rückenprotektoren sollen vor allem Weichteilverletzungen sowie
Frakturen von Schultern und Rippen verhindern, so Reiner Brendicke,
Hauptgeschäftsführer des IVM, aber gleichzeitig soll auch die Wirbelsäule
geschützt werden. Vor den extrem selten auftretenden Wirbelbrüchen
allerdings kann ein Rückenprotektor nur schwer schützen, denn diese werden
meist durch Stauchungen von unten oder oben verursacht.


Die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Protektoren bezogen auf
die Absorption der Aufprallenergie wurden dennoch deutlich erhöht. Darüber
hinaus wird es neben der Standardschutzklasse in Zukunft eine zweite
strengere Dämpfungsstufe geben.

Des weiteren wurde ein größerer Mindestabdeckungsbereich für die
Wirbelsäule und den Schulterbereich festgelegt, dessen Maß in direkter
Beziehung zur Körpergröße des Benutzers stehen muss. D.h., der Hersteller
kann nun spezielle Rückenprotektoren für die unterschiedlichen
Bekleidungsgrößen entwickeln und anbieten. Durch die Vergrößerung der
Fläche verbessert sich auch die Druckverteilung beim Aufprall, und die
Dämpfung der auftretenden Kräfte wird zusätzlich optimiert.

Durch die Anwendung der neuen Norm wird die Industrie zur weiteren
Steigerung des Fahrerschutzes beitragen, wobei der Tragekomfort nicht
zweitrangig sein darf, um eine große Akzeptanz bei Motorradfahrern und
–fahrerinnen zu erzielen.

Quelle: IVM